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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Der Mensch har diese Organe mir dem Thiere gemein;einzelne Thierarcen besitzen hiese Sinneswerkzeuge sogar ineinem höheren Grade der Vollkommenheit als der Mensch;wie z. B, der Luchs, der Adler und der Geyer die Sehkraft,die Hunde den Geruchssinn.

Die Sinne werden gewöhnlich in die grobe rn undfeincrn eingetheilt, je nachdem die Organe von den Ge-genständen der Wahrnehmung unmittelbar berührt werden odernicht. Hiernach gehören zur ersten Claffe: Betastungs-,Geruchs- und Geschmackssinn; zur letzteren: Ge-sicht und Gehör.

Zn je größerer Entfernung ein Sinn die Eindrücke auf-nehmen kann, desto größer ist sein Wirkungskreis. So erhal-ten wir auch die meisten und wichtigsten Begriffe durch dasGesicht und das Gehör.

Wir bemerken in den Sinnen beyder Claffen verschiedeneGrade der Vollkommenheit und Unvollkommen-heit, wodurch ihre Wirksamkeit, mehr oder weniger, beför-dert oder gehemmt wird.

Die Ursachen der Unvollkommenheit der Sinneliegen theils in den Organen selbst, rheils außer ihnen. Ursa-chen der erster» Art sinh:

a) Die Beschaffenheit der Sinnesnerven.

b) Der fehlerhafte Bau des Organs.

c) Abnahme der Lebenskraft durch Krankheit oder Alter,womit auch die Kraft des Sinnesorgans selbst abnimmt.

ck) Zu lange oder zu heftige Anstrengung.

e) Übermäßige Erhöhung oder Verminderung der Reiz-barkeit.

Die Ursachen der zweyten Art liegen theils im Geiste,theils im Gemüth. So wirken zu lebhafte Vorstellungen, zuheftige Leidenschaften, Überspannung der Einbildungskraft u. dgl,

stände auf die Sinneswerr'zeuge hervorgebracht werden. Die' Vorstellungen, welche die Seele von den Dingen der Au-ßenwelt durch die Sinne erhält, heißen sinnliche Anschauungen.