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Sprachen Statt sinder, die sich gewisser Maßen ganz aus sichselbst gebildet, und auf einen gemeinschaftlichen Grund sort-gebauet haben. Die englische Sprache zeigt daher nur wenigeSpuren von Coniugation oderDeclination; auch ist ihrSyntarmerklich eingeschränkt; die aus so verschiedenen Ländern zusam-men gebrachten Worte sperren sich gleichsam gegen einander,und verschmelzen nicht so natürlich in die Bildung eines Haupt-satzes, wie die gleichsam mehr ebenbürtigen Wörter der griechi-schen und römischen Sprache.
Diese, bey einer zusammen gesetzten Sprache unvermeid-lichen Nachthelle werden durch andere Vorzüge, besondersdurch den Reichthum an Wörtern, ausgewogen. Die poetischeSprache der Engländer unterscheidet sich daher merklich von derprosaischen, und ist hierin der sranzosischen überlegen, derenpoetische Sprache, ohne die Ausschmückung durch den Reim,sich von der Prosa wenig unterscheidet. So z. B. soll die engli-sche Sprache nicht weniger als dreyßig Wörter besitzen, um diemannigfaltigsten Grade der Regungen des Zornes zu bezeich-nen. Greenwood führt in der Vorrede zu seiner englischenSprachlehre als solche Wörter an: „^lngor, Wratft, passion,rage, fur^, outrage, kiercene^s, sliarpneas, anirnosit^,elloler, resentrnent, Iieat, kieat-burrung; toiums, storm,inllame, Ke incenaeck; to vex, Ittuckle, irritate, enrage,exasperate, provoüe, ftet; to k»e sullsn, ftasl^, kiot,rougü, sour, peev>8li etc." Eben so hat die deutsche Sprachefür dieselbe Bezeichnung nach Graden und Nüancen die Wörter:„Aufwallung, Unwille, Zorn, Grimm, Heftigkeit, Unge-stüm, Wuth, Rasen, Toben, Affect, Auflodern, Entbren-nen , aufgebracht seyn, toll werden u. s. w."
Die englische Sprache ist vorzugsweise zur Darstellungernsthafter Gegenstände und starker Empfindungen geeignet,weniger zur Schilderung leichter Laune, sanfter Gefühle undfeiner Züge, worin die französische den Vorzug hat. Wer dießnicht zugestehen will, versuche nur einen seinwitzige» lebhaftenLustspiel-Dichter der Franzosen in das Englische zu übersetzen.