entweder in der menschlichen Natur überhaupt, oder in derindividuellen Beschaffenheit eines bestimmten Individuums ihrenUrsprung. Die ersten gehören in die allgemeinen, die anderenin die besondere Logik.
Die Entwickelung der aus dem transscendentalen Scheineentspringenden Irrrhümer, die nur durch die genaue Unter-suchung der Functionen unserer Erkenntniß, ihrer Gesetze undder Bedingungen ihrer Anwendung erkannt werden können,setzt die Lehre von der Kritik des Erkenntnißoermogens voraus,und kann daher hier nicht abgehandelt werden. Dagegen ist derempirische Schein und Irrthum ein Gegenstand unserer Unter-suchung. Derselbe kann im Erkenntniß-, Gefühl- oder Bcgeh-rungsvermogen seine Quelle finden, und hiernach entwederdurch den äußeren, oder inneren Sinn, durch die Einbildungs-kraft, das Gedächtnis, durch Unwissenheit, durch Übereilungin Urrheilen, durch die Sprache, durch Gefühle, Leidenschaf-ten, Neigungen und Vorurkheile erzeugt werden.
§. 22.
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Aus äußerem sinnlichen Scheine entspringendeI r r t h ü m e r.
Durch die äußeren Sinne erhalten wir unrichtige Vor-stellungen , wenn die Sinneswerkzeugc nicht in gesundem odernatürlichem Zustande sich befinden; wenn sie durch vorher ge-gangene starke Eindrücke für die nachfolgenden minder empfäng-lich gemacht werden; wenn der Beobachter, rücksichtlich derLage, der Nähe und Entfernung gegen den Gegenstand,welcher wahrgenommen werden soll, sich nicht aus dem gehöri-gen Standpunct befindet, wenn die Dauer der Wahrnehmungzu kurz, der Sinneneindruck zu stark oder zu schwach ist; wenndie Sinne durch Übung nicht geschärft sind, oder dem Beob-achtenden es an der nbrhigen Aufmerksamkeit gebricht. In soferne zu den Wahrnehmungen des Sinnes ein natürliches oderkünstliches Mittel nothwendig ist, so kann auch dieses die Be-schaffenheit unserer Vorstellungen verändern. So kann durch