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Brechung der Lichtstrahlen, durch Brechung des Schalles Täu-schung veranlaßt werden, durch fehlerhafte Werkzeuge trüg-liche Wahrnehmung entstehen. Wir müssen hierbey bemerken,daß alles dasjenige, was der Sinn gibt, immer richtig ist,und der Zrrthum nur aus einem voreiligen Urtheile entspringt,welches dasjenige, was in der Smncnvorstellung von subjecti-ven Verhältnissen abhängig ist, dem Objecte beylegt. So kannjemand, wenn durch die Brechung der Sonnenstrahlen eineNebensonne erscheint, mit vollem Rechte sagen, er sähe eineNebensonne; er würde aber irren, wenn er behauptete, dieseErscheinung sey wirklich eine zweyke Sonne. Hierher gehörtder Unterschied zwischen Betrug und Illusion der Sinne;der erster« ist vorhanden, wenn der Jrrrhum, nachdem manden Schein aufgedeckt hat, aushört; die letztere, wenn er,obgleich der Schein ausgcdeckt worden ist, doch noch fortwährt.Z. B. Wenn jemand in der Dämmerung einen Baum füreinen Riesen hält, so ist dieses ei» Betrug der Sinne, welcherverschwinder, sobald er dem Gegenstände näher gekommen ist,und seine Täuschung wahrgenommen hat; wenn uns die unter-gchende Sonne glühend roth däucht, so ist diese Wahrnehmungeine Illusion, weil unser durch den Sinnencindruck veranlaßtesUrtheil durch die Betrachtung, daß diese Rothe, wie wir ausder Optik wissen, nur scheinbar sey, nicht verändert wird.
§. 23.
Jrrthümer, die aus den Mängeln der Einbil-dungskraft und des Gedächtnisses entstehe».
Wir erhalten nicht nur durch die Einwirkung eines Gegen-standes auf unsere Sinne Anschauungen, sondern können dieseauch mittelst der Einbildungskraft, ohne Gegenwart derGegenstände, entweder ganz so, wie sie uns schon einmahldurch den Sinn gegeben worden sind, in das Bewußtseynzurück rufen, oder in neuen Zusammensetzungen darstellen.Das erste ist das Geschäft der reproductiven, das anderedas der productiven Einbildungskraft. Schein und Irrthum