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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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ohne zugleich den Begriff selbst aufzuheben. So wäre es z. B.ganz unmöglich/ sich einen Kreis ohne die in sich selbst ge-schloffene krumme Linie zu denken, in welcher alle Punete vondem Mittelpuncte gleich weit entfernt sind.

Zufällige Merkmahle werden diejenigen genannt, dieden Begriff zwar erweitern oder beschränken, aber von demvorgestellten Gegenstände dennoch weggedacht werden können,ohne deßhalb den Begriff selbst aufzuheben; z. B. ein festesoder ein baufälliges Haus, eine frische oder einewelke Blume. Der Begriff Haus oder Blume bleibt,auch wenn ich das Merkmahl fest oder baufällig, frischoder welk ganz weglaffe.

Aufier diesen Arten der Merkmahle gibt es wohl noch meh-rere ; die angeführten sind jedoch die vorzüglichsten.

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Bildungsweise der allgemeinen Begriffe.

Begriffe bilden, ist das Werk des Verstandes. DieseBildung Zer Begriffe erfordert aber eine dreyfache Operationdes Versandes, und zwar:

Erstens: Die Vergleichung mehrerer Vorstel-lungen von einzelnen Gegenständen, die gewisse Eigen-schaften mit einander gemein haben, z. B. einer Linde, einerWeide, einer Fichte u. s. w., um den allgemeinen Begriff voneinem Baume zu erhalten; oder einer Pflanze, eines Thieresund eines Minerals, um den Begriff von einem organi-schen oder unorganischen Körper zu erhalten.

Zweytens: Auffindung und Zusammenstel-lung derjenigen Merkmahle, welche diese Gegenstände miteinander gemein haben, z. B. bey den Bäumen: Blätter,Zweige, Wurzeln, Stämme u. s. w.

Drittens: Absonderung derjenigen Merkmahle,worin jene Gegenstände von einander verschieden sind, z. B.die Bäume in der Gestalt und Farbe der Blätter, Zweige,Früchte u. s. w.

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