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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Der Begriff ist eine Vorstellung von Merk-mahlen, die mehreren gemein sind. Eine Pflanze z. B.ist ein organisirter Körper ohne willkührliche Bewegung. Eineneigentlichen Begriff von einer Pflanze erhalten wir also nurdann, wenn wir uns dabey die Merkmahle vorstellen, diealle» Pflanzen gemein sind, z. B. Blätter, Stängel,Wurzeln, Saft- und Luftgefäße, Fibern, dann ihre Eigen-schaften: Farbe, Geruch, Reizbarkeit, Reproductionskraftu. f. w.

Der Begriff ist also eine allgemeine Vorstellung, undentgegengesetzt den einzelnen Vorstellungen.

Unter diesen einzelnen Vorstellungen aber verstehtman Vorstellungen von einzelnen Gegenständen, die wirunmittelbar durch die Sinne erhalten, indem das Auge, dasOhr, der Betastungssinn u. s. w. durch sie afficirt wird. Mannennt sie deßhalb auch Anschauungen, weil sie durch die sinn-liche Wahrnehmung einzeln entstehen, und uns unmittelbargegenwärtig werden.

Der Begriff also, als eine allgemeine Vorstellungvon Gegenständen, enthält mehrere solcher einzelnen Vor-stellungen oder An sch au un gen in sich, und verbindet ihregemeinschaftlichen Merkmahle zur Einheit.

Um daher aus Anschauungen Begriffe zu machen,muß man die einzelnen Merkmahle mehrerer Gegen-stände miteinander vergleichen, darüber reflecciren,und endlich sie zur Einheit verbinden.

Zur näheren Erläuterung mag das folgende Beyspieldienen:

Wir sehen eine Fichte, eine Weide, eine Linde. Wennwir diese drey Gegenstände zuerst unter einander vergleichen,bemerken wir, daß sie bey all ihrer Ähnlichkeit doch zugleich inmehreren Stücken von einander auch verschieden sind; z. B.in Ansehung des Holzes, der Äste, der Blätter u. s. w. Ge-denkt man nun auch, was sie unter einander gemein haben,den Stamm, die Äste, die Blätter u. s. w., indem man dabeyPhilosoph. Ahtheil. I. Band. B