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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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Die einzelnen philosophischen Wissenschaften gehören theitszur theoretischen, theils zur praktischen Philosophie, undzwar:

Zur theoretischen:

i. Die Logik. 2. Die Metaphysik.

Zur praktischen oder angewandten:

i. Die Moral-Philosophie. 2. Die philoso-phische Religionslehre. 3 . Die empyrische Psy-chologie (Erfahrungs-Seelenlehre). 4. Die Ästhetik.5 . Die philosophische Rechtslehre; das ist. Natur-recht und Völkerrecht. 6. Die philosophische Staats-lehre.

Die Logik ist die Wissenschaft der allgemeinen und noth-wendigen Gesetze und Formen des Denkens, daher sic auchvorzugsweise Denklehre oder Versiandeslehre genanntwird.

Die M e ta p h y si k gibt uns die Grundbegriffe aller über-sinnlichen, der Erfahrung vorhergehenden Erkenntnisse,z. B. über den reinen Verstand, über die Einfachheit dermenschlichen Seele; über Möglichkeit, Existenz, Ding, Zeitund Raum u. s. w.

Die Moral-Philosophie entwickelt die Vernunft-gcsctze für die Handlungen und Bestrebungen des Menschen,mit Beziehung auf seine höhere Bestimmung, indem sie ihnals ein m 0 r a l isch e s Wesen betrachtet, das heißt, als eindes Guten oder Bösen, der Tugend oder des Lasters fähigesWesen, welches die Vernunftgesetze des Handelns aus freyemWillen befolgt oder nicht befolgt.

Die empyrische Psychologie oder Erfahrungs-Seelenlehre untersucht und erklärt die Äußerungen und Zuständeder menschlichen Seele im Kreise der Erfahrung. So handeltsie z. B. über die Zustände des Wachens, Schlafens undTräu-mens; über die Sinne, über Schwärmerey, Wahnsinn, Tem-peramente, Lebensalter, Leidenschaften u. s. w.