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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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Die Schul-Philosophie stellt Systeme auf, womitihre Stifter alle andern Systeme bestreiten, und welche daheimvon den Schülern auf Äuctorität der Meister angenommenwerden. Die P h il o so p h i e des Lebens hingegen ist dasEigenthum selbstthätig erworbener Kenntnisse und Grund-sätze über die wichtigsten Gegenstände und Angelegenheiten desmenschlichen Lebens, die sodann ihren Einfluß auf die Hand-lungen des Menschen nehmen.

Wer Philosophie des Lebens besitzt, wird durch sie seinWissen mit seinem Handeln in Einklang setzen, in allemmir dem Geiste der Zeit fortschreiten, und, indem er unauf-hörlich an seiner eigenen Vervollkommnung arbeitet, auchzur Vervollkommnung des Ganzen das Seinige pflichtmäßigbeytragen.

§. 3.

Eintheilung der Philosophie.

Die Philosophie wird gewöhnlich in die theoretische,und in die praktische oder angewandte eingetheilt.

Die theoretische Philosophie beschrankt sich bloß aufdie Erkenntnis; der menschlichen Geisteskräfte und ihrer Thätig-keir. Sie ist die Grundlage der Philosophie, und wird daherauch F und a m c n t a l-P h il o so p h ie genannt. Die prak^tische dagegen lehrt uns die Gesetze des Handelns und ihreAnwendung nach Verschiedenheit der Verhältnisse im mensch-lichen Leben.

Die praktische Philosophie wird auch die angewandteeben deswegen genannt, weil sie bestimmt, wie die von dertheoretischen oder spekulativen Philosophie entwickelten Be-griffe, Grundwahrheiten und Principien auf das wirklicheLeben sollen angewendet werden.

In dieser Hinsicht gehört auch die Ästhetik zur ange-wandten Philosophie, daß sie die Grundsätze der schönenKünste entwickelt und bestimmt. Man har ihr deßhalb auch denNahmen K u n st- P h-il o sop h i e beygelegt.