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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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395
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Schoß der Nacht, als wenn ich unglücklich bin, wenn meineArbeit mißlingt, Verzweiflung mich niederdrückt, Menschen-ekel mich ins Dunkel scheucht . . . und wie, frage ich, kanneS anders sein, da doch Kunimer und Pein unmöglich un-sere Anhänglichkeit an den Tag und die Zeit zu verstärkenimstande sind?

Du wirst lächeln, wenn ich dir sage, daß ich jedem Bette,in dem ich irgend einmal eine längere Zeit geschlafen, einegenaue und dankbare Erinnerung bewahre jedem ein-zelnen, von dem kleinen Gitterbettchen mit grüner Gardine,das mein erstes war, bis zu der gewichtigen Mahagoni-Lagerstatt, in der ich geboren worden bin und die durcheine Reihe von Jahren in meinen JiinggeseUenquartierenaufgeschlagen stand. Jetzt habe ich ein leichteres Bett, einenglisches, weiß lackiertes, das Kopf- und Fußende anmutigdurchbrochen, und darüber hängt in weißem Rahmen jenesfranzösische Bild, das Marctrs ä I'stoils heißt und in seinerhinsterbend blauen, schwimmend musikalischen Stimmungder schönste Alkovenschmuck ist, den ich mir denken kann . ..Du wirst lächeln, sage ich, und doch, welchen außerordent-lichen Rang nimmt unter dem Hausrat das Bett ei», diesmetaphysische Möbelstück, in dem die Mysterien der Geburtund des Todes sich vollziehen, dies duftige Linnengehäuse,worin wir, unbewußt und mit emporgezogenen Knien wieeinst im Dunkel des Mutterleibes, wieder angeschlossengleichsam an den Nabelstrang der Natur, Nahrung undErneuerung an uns ziehen aus geheimnisvollen Wegen. . . .Ist es nicht wie ein Zanbernachen, der über Tag verdecktund unscheinbar seinen Winkel einnimmt, und in dem wirjeden Abend hinausschaukeln aus das Meer des blnbewußt-seing und der Unendlichkeit?