von meinem Berechtigungsschein zum freiwilligen DienstGebrauch zu machen. Wenn man aber zu vernehmenhofft, daß ich mich auf militärischem Gebiete irgend taug-licher erwiesen hätte als auf anderen, so wird man ent-täuscht werden. Schon nach einem Vierteljahr, noch vorWeihnachten, wurde ich mit schlichtem Abschied entlassen,da meine Füße sich nicht an jene ideale und männlicheGangart gewöhnen wollten, die Parademarsch heißt, undich beständig mit Sehnenscheideentzündung daniederlag.Aber der Körper ist dem Geiste bis zu einem gewissenGrade unterworfen, und wenn die geringste Liebe zur Sachein mir gelebt hätte, so wäre das Leiden wohl zu bezwingengewesen.
Genug, ich quittierte den Dienst und setzte in Zioilklei-dern mein fahrlässiges Leben fort. Eine Zeitlang war ichMitredakteur des „Simplicissimus", — man sieht, ich sankvon Stufe zu Stufe. Ich ging in das vierte Jahrzehntmeines Lebens.
Und nun? Und heute? Ich hocke verglasten Blicks undeinen wollenen Schal um den Hals mit anderen verlorenenGesellen in einer Anarchiftenkneipe? Ich liege in der Gosse,wie sl'ch'ö gebührte?
Nein. Glanz umgibt mich. Nichts gleicht meinemGlücke. Ich bin vermählt, ich habe eine außerordentlichschöne junge Frau — eine Prinzessin von einer Frau,wenn man mir glauben will, deren Vater königlicher Uni-versitätSprosessor ist und die ihrerseits das Abiturienten-examen gemacht hat, ohne deshalb auf mich herabzusehen,sowie zwei blühende, zu den höchsten Hoffnungen be-rechtigende Kinder. Ich bin Herr einer großen Wohnungin feinster Lage mit elektrischem Licht und allem Komfort
Mann, Rede und Antwort
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