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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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edlen Geist wie den Hartlebens zu zerstören vermochte, mußSchrecken erregen. Ich verstehe mich wenig auf den phy-sischen Rausch und befinde mich damit, glaube ich, nicht inder schlechtesten Gesellschaft. Kann man sich Wagner imWeindunst denken, als er das rauschvollste und totseligsteWerk, denTristan", machte? Kann man sich Ibsen denken,amSolneß" sinnend, ein wenig angekneipt? Ich Geringertrinke täglich zum Abendbrot ein Glas Helles Bier undreagiere auf diese anderthalb Ouart so stark, daß sie regel-mäßig meine Verfassung durchaus verändern. Sie ver-schaffen mir Ruhe, Abspannung und Lehnstublbehagen, eineStimmung vonEs ist vollbracht!" undOh, wie wohl istmir am Abend!" ein Zustand, aufs innigste zu wünschen,ein Zustand, der gelegentlich vielleicht sogar noch einen brauch-baren Einfall mit sich führt, aber ein Zustand, der dem derArbeit, des Kampfes, des BezwingenS genau entgegengesetzt ist.

Ich glaube nicht, daß der Alkohol Stimmung macht, ichglaube nicht an die Stimmung, die er macht, ich glaubeüberhaupt nicht sehr an Stimmung. Wag man so nennt,scheint mir etwas ziemlich Dilettantisches zu sein, was mitwirklichem Schöpfertum wenig zu tun hak. Ein Zustand,in dem die Hemmungen ausgeschalket, die Selbstkritik be-täubt, die gute künstlerische Haltung in Frage gestellt wäre,ein unbesonnener und hektischer Zustand scheinbaren Alloer-mögens und trügerischer Leichtigkeit wäre mir höchst ver-dächtig. Wer ihm traut, wer sich wohl darin fühlt, istkein Künstler nach meinem Sinne. Stimmung ist nichtBetrunkenheit. Stimmung ist AuSgeschlafenheit, Frische,tägliche Arbeit, Spazierengehen, reine Lust, wenig Menschen,gute Bücher, Friede, Friede. . .

igoö