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IN Zukunft Dichter statt Philologen darüber entscheiden,wer als staatlicher Lehrer des Deutschen zugelassen werdensoll". — Lassen Sie mich Nachdenken darüber.
„Meister der Sprache", sagen Sie mit Kummer, „habenunsere Schule bitter angeklagt. Nicht einzelne Fälle habensie verurteilt, sondern den Geist." So ist es: den Geist.Und nicht „einzelne Fälle", nicht dies oder jenes Symptom;nicht etwa nur die „Deutsche Stunde". Die Meister derSprache wissen wohl, daß Sprachmeisterschaft kein noblerSelbstzweck, noch je eine isolierte Erscheinung ist, sondernselbst nur ein Symptom, — das glänzende Merkmal einerbesonderen Konstitution und Daseinsform. Was denn füreiner? Einer Daseinsform, edler, zarter, zum Leiden fähiger,zum Leiden williger, dem Behagen und der Nützlichkeitfremder als die gemeine; einer irgendwie hochsinnigen, umnicht zu sagen „idealistischen" Daseinsform. So ist es, undso ist es auch mit der Schule. Auch die Art, in der dieSchule die Sprache behandelt, lehrt, pflegt, ist nur einSymptom, ein Merkmal für die Konstitution, den Geistdes Ganzen.
Gestatten Sie mir der Bequemlichkeit halber ein Zitat.Lassen Sie mich ein paar Zeilen aus einem alten, alten, baldschon zwanzig Jahre alten Buch anführen, einem Roman,der gegen sein Ende in eine, wenn auch recht indirekte undironische Kritik des neudeutschen Gymnasiums verfällt. Diedirekteste Stelle lautet: „Dieser Direktor Wulicke war einfurchtbarer Mann. Er war der Nachfolger des jovialenund menschenfreundlichen alten Herrn. . ., der bald nachdem Jahre 71 gestorben war. Damals war I)r. Wulicke,bislang Professor an einem preußischen Gymnasium, be-rufen worden, und mit ihm war ein anderer, ein neuer