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Geist in die alte Schule eingezogen. Wo ehemals die klassischeBildung als ein heiterer Selbstzweck gegolten hatte, denman mit Ruhe, Muße und fröhlichem Idealismus verfolgte,da waren nun die Begriffe Autorität, Pflicht, Macht,Dienst, Karriere zu höchster Würde gelangt, und der .kate-gorische Imperativ unseres Philosophen Kant" war dasBanner, das Direktor Wulicke in jeder Festrede bedrohlichentfaltete. Die Schule war ein Staat im Staate geworden,in dem preußische Dieuststrammheit so gewaltig herrschte,daß nicht allein die Lehrer, sondern auch die Schüler sichals Beamte empfanden, die um nichts als ihr Avancementund darum besorgt waren, bei den Machthabern gut an-geschrieben zu stehen . . . Bald nach dem Einzug des neuenDirektors war auch unter den vortrefflichsten hygienischenund ästhetischen Gesichtspunkten mit dem Umbau und derNeueinrichtung der Anstalt begonnen und alles aufs glück-lichste fertiggestellt worden. Allein es blieb die Frage, obnicht srüker, als weniger Komfort der Neuzeit und ein biß-chen mehr Gutmütigkeit, Gemüt, Heiterkeit, Wohlwollen undBehagen in diesen Räumen geherrscht hatte, die Schule einsympathischeres und segenvolleres Institut gewesen war ..."
Bester Herr, wir verstehen uns. Wenn die „DeutscheStunde" im argen liegt, so ist das nichts als ein Sym-ptom, ein sehr kennzeichnendes, wie ich zugebe. Wenn esarmselig und widerkünstlerisch darin zugeht, so liegt dasnicht sowohl daran, daß sie von Philologen, als daß sievon Beamten, mittleren Beainten, erteilt wird — wie alleanderen des Stundenplans. „Ein ahnungsloser Hohn aufdie Sprache," rufen Sie, „gilt als Lehrplan der Sprache!"Sie wollen sagen: „Der Lehrplan des Deutschen ist imBeamtendeutsch abgefaßt." Da haben Sie es.