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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
367
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Dergleichen ist ekelhaft. So schreibt man nicht. Sodrückt man sich in einem Volk, das große Bildungs-epochen durchlebt hat, auch über derbe und praktische Gegen-stände nicht aus. Das ist eine Schande. Volkswirtschaft-liche Fragen sind kein Anlaß zur Lyrik, aber eine gewisseVerbindung des Nützlichen mit dem Ehrenhaften, das heißtmit dem Schönen, ist unzweifelhaft Bedingung der Men-schenwürde, jeder Menschenwürde, auch der nach-humanistischen, und literarische Erbärmlichkeiten, wie dieangeführte, sind unter dieser Würde, eS fehlt ohne Fragebei uns an Empfindung dafür.

Noch ein Beispiel: Ein deutscher Fürst war von der Ge-lehrtenakademie seines Landes zum Ehrenmitglied ernannt wor-den. Er dankte dafür mit einer Rede, deren erste Sätze lauteten:

Ich weiß eigentlich nicht, wie ich dazu gekommen bin,Ehrenmitglied der Akademie zu werden; doch freue ich michsehr, dazu erwählt worden zu sein, wenn ich auch keineAnsprüche auf einen Gelehrten erhebe; denn ich habenicht viel geschrieben, obgleich ich nicht leugnen kann, daßich vielen Sachen, die in der menschlichen Interessen-sphäre existieren, mein volles Interesse entgegenbringe.Ich mache dabei eine große Ausnahme von meinerSchwester, die selbst Schriftstellerin ist..." uff.

Ich wiederhole, daß dergleichen ei» Jammer und eineSchande ist. Nicht den prinzlichen Ehrenakademiker trifftder Vorwurf, sondern die Presse, die die Monarchie unter-grub, indem sie es versäumte, sein ungeheuerliches Ge-schwätz ein wenig ins Menschenmögliche zu redigieren, be-vor sie ihm Hunderttausendsachen Widerhall gab. In keinemanderen Lande der Welt, ich glaube: in der letzten Neger-republik nicht, wäre bei repräsentativer Gelegenheit ein