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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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irritablen Sehern bestehe; und wo die konstitutionellen Vor-aussetzungen des Künstlertums fehlen schmerzhafte Vor-aussetzungen, die man dem lieben, lustigen Durchschnitt nichtanwünschen soll, da können nur Gespreiztheit und pein-liche Preziosikät das Ergebnis des Erziehungsversuches sein.

Aber ein anderes ist Dichtertum und ein anderes dieFähigkeit und Gewöhnung, sich in seiner Muttersprache ge-hörig, das heißt rein, treffend, mit einiger Unmittelbarkeitund also auch nicht ohne all und jede Anmut auszudrücken.Das ist eine Angelegenheit der Gesittung, auch der modernsten,realsten und demokratischsten, und eine Forderung, die inDeutschland, demunliterarischen Lande", wie ich es zurErläuterung größerer Zusammenhänge einmal genannt habe,allgemeiner ausgestellt werden müßte, um allgemeinererfüllt zu werden.

Vor Jahren beschäftigte mich einmal eine weitläufigeAbhandlung, deren Thema schwer auf ein Wort zu bringengewesen wäre. Es sollte darin von dem Verhältnis desdeutschen Geistes zur literarischen Form die Rede sein, undvielleicht habe ich unrecht getan, die Arbeit liegen zu lassen.Ich bewahre noch dies und jenes kleine Dokument, dasmir dabei behilflich sein sollte. In einer großen Zeitungbegann eines Tages der Leitartikel, gezeichnet von einemangesehenen Gelehrten und Hochschulprofessor, folgender-maßen:

Zum Anträge des Reichsrates Grafen R. Ihrem Er-suchen, mich zu obigem Antrag zu äußern, entsprechend,kann ich nur sagen, daß mir die Tendenz des Antragessehr sympathisch ist. Der Antrag zielt ab auf eine Er-höhung der Renke aus unseren Staatswaldungen und dürftedie Billigung weitester Kreise finden."