Vorwort zu einer Bildermappe
Reit Vergnügen betrachte ich Ihre graphischen Phan-tasien zu meiner Erzählung „Der Tod in Venedig".Wenn es immer für den Dichter eine schmeichelhafte undrührende Erfahrung ist, ein Werk seines Geistes durch einesinnennnmittelbarere Kunst, die bildende oder etwa dasTheater, ausgenommen, wiedergegeben, gefeiert, verherrlichtzu sehen, so scheint mir in diesem Falle sogar, daß dieVersinnlichung zugleich und vielmehr eine Vergeistigungdes Gegenstandes oder doch ein starkes Betonen und Heraus-treiben seiner geistigen Elemente bedeute, —womit ohne Fragedas Glücklichste gesagt ist, was über ein illustratives Werk,wie über eine theatralische Aufführung, gesagt werden kann.Wahrhaftig wäre eg Undank, wollte ich mich über dasMaß von Teilnahme beklagen, das meine Erzählung beimdeutschen Publikum gefunden hat und heute noch findet.Und doch hat mich öfters ein sensationeller Einschlag ge-kränkt, der dieser Teilnahme anhaftete und der mit dempathologischen Charakter des Stoffes zusammenhing. Ichleugne nicht, daß das Pathologische mich geistig mächtiganzieht, und daß es dies immer getan hat. Aber immer
Mann, Rede und Antwort
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