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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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Über dasselbe

(Geschrieben für dieBlätter des Deutschen Theaters")

Äer Gegensatz, welcher diesen Gesprächen den dialektischenNero gibt, ist zuletzt derselbe, den Schiller in seinem unsterb-lichen Essay unter der FormelNaiv und sentimenkalisch"behandelt. Man weiß, daß er darin das eigene Wesen undDichtertum gegen das des anderen zu behaupten und ab-zugrenzen suchte. Aber die innere Form des Essays, anti-theusch wie die des Dramas, hinderte ihn nicht, der Wirk-lichkeit gerecht zu werden, verführte ihn nicht zu der Fiktion,als sei der Gegensatz in ihm und Goethe rein dargestellt ge-wesen. Wahrhaftig das war er nicht. Goethe, der naive Heide,ist eine so irrtümliche wie populäre Vorstellung. Zwar hater das heidnische Wort gesprochen, daß die Poesie auf ihremGipfel ganz äußerlich sei, und daß sie, je mehr sie sich insInnere zurückziehe, im Begriffe sei, zu sinken. Aber der-selbe Goethe war für seine Person ein treuer, ein geborenerSchüler des großen Juden-Christen, der die Erledigung derLeidenschaften durch ihre Analyse predigte; und was eineDichtung wie die Wahlverwandtschaften zum obersten Rangeerhebt, ist dies, daß Geist und Sinnlichkeit einander darinso herrlich die Wage halten. Was Schiller betrifft, so hat