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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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so viel verstehewie der Ochs vom Lautespiel". Nochmals,die Kirche als unpersönliche Institution steht außer Rede;aber persönlich, in ihren Darstellern war sie damals durch-aus eutchristlicht, hatte sie durchaus zur großen Babel,zur Welt, zur Lust, zur heidnischen Schönheit geschworen,und niemals würde sie, wie Bruder Girolamo, gegen denmediceischen Geist Einspruch erhoben haben. Niemandemvielleicht in ganz Italien war damals das Christentum einErlebnis, ein Wille, eine Weltanschauung, eine Leidenschaft,niemandem außer dem einen Mönch, dem Helden meinesStücks, der in der Tat einer der leidenschaftlichsten und radi-kalsten Christen aller Zeiten gewesen ist. In ihm, dem Hei-ligen von San Marco, gelangte das Christentum zur persön-lichen Macht, und dieser heroische Vorgang war in ersterLinie der Gegenstand meiner Dichtung.

Nein,Fiorenza" ist kein antichristliches Tendenzstück;manches Wort, manche Pointe hätte den Herrn Rezensentendas lehren können. Ihn mit Zitaten umstimmen zu wollen,würde viel zu weit führen, aber wie hat er sich beispiels-weise die Ironie erklärt, mit der im zweiten und dritten Aktdas Künstlervölkchen behandelt ist? Diese Szenen wenig-stens, die ganz mit den Augen Fra Girolamos gesehn sind,hätten ihn stutzig machen sollen! Wenn ich irgendwo ten-denziös war, so war ich es hier, wo das Bedürfnis nacheinem scharfen dramatischen Gegensatz mich verleitete, dieVertreter der heidnischen Schönheit als eine amüsante Scharvon Aufschneidern, Spaßmachern, Faunen und Kindern gegenden wissenden und ehrgeizigen Gram meines Helden zu stellen.Aber das wäre freilich eine andere Tendenz, als der Kritikerdieser Blätter mir zusprechen zu müssen glaubte.

igoS