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in diesen Dialogen, welche die Sprache der Renaissancereden, die Renaissance kritisiert und keineswegs unbedingtverherrlicht werden sollte, geht schon aus der Tatsache hervor,daß nicht Lorenzo der Mediceer, sondern sein Gegner, derMönch Girolaino Savonarola, ihr eigentlicher Held ist. Ja,obgleich der „fürchterliche Christ", wie Lorenzo ihn nennt,erst gegen Ende des Stückes die Bühne betritt, so ist erdoch vom ersten Worte an im Geiste auf der Szene gegen-wärtig; von ihm ging ich aus, seinem Leben galt der grö-ßere Teil meiner Vorstudien, seinem Charakter meine in-timste psychologische Teilnahme, sein Schicksal war für michdas eigentlich begeisternde Motiv. Wenn ihm gegenüberLorenzo de Medici bedeutend, liebenswert, ja momentweiseüberlegen erscheint, so ist das nichts als der Ausdruck desStrebens nach dichterischer Gerechtigkeit, eines StrebenS,dem nichts in der Welt fremder ist, als eben die Tendenz.
„Offenbar", hieß es in der Rezension, „soll gezeigt werden,wie schlecht eg der armen Kunst ergeht, wenn die Kirche,natürlich die katholische, obenan kommt." Das ist nichtdurchaus richtig gedacht, denn mit Savonarola kam jakeineswegs die Kirche „obenan", — wofür Beweis genugist, daß sie ihn schließlich verbrannte. Ich bin weit entfernt,den Unterschied zwischen der Kirche als einer unantastbarenIdee und ihren nicht immer würdigen Darstellern außeracht zu lassen. Das italienische Volk selbst wußte diesenUnterschied sehr wohl zu machen, und das war nötig, dennwie um das Ende des fünfzehnten Jahrhunderts die Ver-treter der römischen Kirche ungefähr aussahen, zeigt dasBeispiel meines kleinen Giovanni. Er ist recht liebenswürdig,aber der Maler Aldobrandino könnte in seiner drastischen AuS-drucksweise mit Fug von ihm sagen, daß er vom Christentum