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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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346
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den ich eigentlich im Sinne hatte, ist der, von dem Schillerseinen Karl VII. sagen läßt:Drum soll der Sänger mitdem König gehen, sie beide wohnen auf der MenschheitHöhen." Die anspielungsreiche Analyse des fürstlichen Da-seins als eines formalen, unsachlichen, übersachlichen, miteinem Worte artistischen Daseins und die Erlösung der Ho-heit durch die Liebe: Das ist der Inhalt meines Romans,und, voller Sympathie für jede ArtSonderfall", predigter Menschlichkeit. Der Verfall der schönen Großherzogin,vr. Überbeins elendes Ende, Herrn Spoelmanns grämlicheKrankheit und so vieles andere: das alles lehrt, lehrt, indemes, hoffentlich, unterhält; ja, wenn ein gescheiter Kritikerdas Buch eine didaktische Allegorie genannt hätte, so würdeer mir damit vielleicht kein ästhetisches Lob gespendet, aberer würde geistig, moralisch so ziemlich das Richtige ge-troffen haben. Ich verstehe, daß die Detailmenge, die zuarrangieren ich mich nicht verdrießen ließ, daß die Akribieeines Schriftstellers, der durch die naturalistische Schule ge-gangen ist, über die innere Natur des Buches täuschenkonnte. Aber die Geschichte des kleinen einsamen Prinzen,der auf so scherzhafte Art zum Ehemann und Volksbeglückergemacht wird, ist schlechterdings kein realistisches Sittenbildaus dem Hofleben zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts,sondern ein lehrhaftes Märchen. In dem Schicksal meinerdrei fürstlichen Geschwister, AlbrechtS, Klaus Heinrichs undDitlindens, malt sich symbolisch die Krise des Individua-lismus, in der wir stehen, jene geistige Wendung zum Demo-kratischen, zur Gemeinsamkeit, zum Anschluß, zur Liebe, diestürmischer und vorbehaltloser in Heinrich Manns fast gleich-zeitig erschienener RomandichtungDie kleine Stadt" zumAusdruck gelangt.