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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
343
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Immerhin, ich habe diese Welt, unnahbar unfernSchritten, nach Möglichkeit studiert; wer meine literarischeArt nur ein wenig kennt, wird glauben, daß ich nicht leicht-fertig zu Werke gegangen bin, und selbst den realen Ein-wänden, die der fürstliche Kritiker gegen meine Schilderunghöfischer Zustände erhebt, kann ich mich durchaus nicht ohneweiteres beugen. Die Einzelzüge, sagt er, seien größtenteilsvöllige Unmöglichkeiten oder gäben gänzlich veraltete Ge-bräuche wieder, die seines Wissens an keinem einzigen Hofemehr geübt würden. Wie und Klaus Heinrichs Taufe,die Zeremonie seiner Mündigsprechung, seine feierliche Ein-stellung ins Heer usw.: Das wären solche Gebräuche, solcheUnmöglichkeiten? Wirklich? Gibt es bei prinzlichen Hoch-zeiten keinen Fackeltanz der Minister mehr? Keine Ver-teilung des bräutlichen Strumpfbandes? In Dresden keinenhocharistokratischen Bratenvorleger und manches Ähnliche?Daß diese amüsanten Dingegänzlich veraltet" sind, hin-dert sie das, fortzubestehen, oder hindert es sie gar, novel-listisch möglich zu sein? Wenn der hohe Sachverständige inmeinen Schilderungen seine Wirklichkeit nicht wiedererkennt,liegt das nicht vielleicht eher an der Zuspitzung, die ich ihnengab, der Beleuchtung, in die ich sie stellte, als an ihrerrealen Unrichtigkeit? Ich glaube, daß es sich mit der Dar-stellung von Klaus Heinrichs Bildungsgang, seiner Lebens-führung, die ebenfalls alsabsolut unmöglich" bezeichnetwird, nicht anders verhält. Warum sollte sich nicht in einerkleinen Residenz ein Prinzenerzieher von der besonderen Artdes Or. Überbein finden? Warum ist es undenkbar, daß einPrinz, bevor er das Gymnasium bezieht, mit einer Auswahljunger Adeliger zusammen erzogen wird? Warum darf,bei Klaus Heinrichs Überlieferungen, seiner Gemütsdisposition,