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Es bleibt ein Element von Dämonie in seinen Dar-bietungen, auch lvenn er, über Wedekind und Morgenstern-Palmström, zum Variete — einer hohen, fast unheimlichenArt von Variete übergeht und das Podium mit den Mas-ken berühmter Schauspieler bevölkert. Ähnliches in diesemGenre ist mir nicht vorgekommen. Das ist nicht mehr dieSalonunterhaltung des Kopierens, die man kennt; es istVerwandlung, ein Hinübergehen in den Anderen, und ent-behrt keineswegs des mystischen Einschlages. Er läßt Waß-mann, Wegener, Bassermann, Schildkraut, Moissi undPallenberg die erste Strophe der „Glocke" rezitieren. DieTreffsicherheit der Nachahmung ist in jedem Falle täuschendbis zur Abenteuerlichkeit. Es gibt kurze Pausen des Ernstesund der Sammlung zwischendurch, während derer er Denzu rufen scheint, der nun kommen soll. Er wird diesemdann sogar ähnlich! Die Komik Palleubergs, dem er eineganze Szene gibt, habe ich nicht so empfunden, wenn dieseswunderliche Menschengewächg persönlich sein Kauderwelschexekutierte. Das Vergnügen ist doppelt. Man hat Pallen-bergö spezifische Komik, über die Hardt selber lachen muß,und außerdem die der vollendeten Kopie, — eine Lächerlich-keit, deren Gründe übrigens dunkel sind. Das Publikumjubelte.
Alles in allem, die Schlußwendung jener Kleistschen„Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege" ist am Platze,die Hardt mit Vorliebe wiedergibt, und an deren Ausganger, nach dem Furioso der Erzählung, langsam, mit stillerErschütterung zu sagen weiß: „So einen Kerl, sprach derWirt, habe ich Zeit meines Lebens nicht gesehen."
1920