— Zo8 —
Eindämpfung, den atemknappen Pointillismus seiner apho-ristischen Novellette als die einzig zeitgemäße Form der "
Prosadichtung zu verkünden. Was Wunder, daß wir, "
verteidigungsweise, sogar ein wenig Geringschätzung in ^
uns aufzurufen suchten? Dieser Dichter war ohne Zweifel ^
der Finder einer sehr glücklichen Form, deren Leichtigkeit "
übrigens Illusion, deren Dienst nicht weniger anspruchsvoll ^
sein mochte als irgendein anderer. Und doch, was Tra- ^
gen heißt, wie es tut, jahrelang unter der Spannung eines ^
Werkes zu leben; Pathos und Ethos der großen Kompo-sition; das Werk als fixe Idee, als verwirklichter Plan, — ^
davon wußte sein lyrischer Journalismus nichts. Er war ^
immer fertig. Ich weiß wohl, wie halbwahr das ist, wenn ^
man es aus die lyrische Form in ihrer Zeitlosigkeit bezieht. ^
Aber er lehrte seine Form als zeitgemäß, verkündete sie im »
Sinn einer primitiven Fortschrittlichkeit gegen das Ausführ- k
liche und „Langweilige", gegen den Geist der Epik mit K
einem Wort, der zeitlos und unsterblich ist! !«
Hatte es nicht eine ähnlich kindliche Bewandtnis mit io
manchem andern, was er sonst noch „lehrte"? Die Zu- z>!
künstigkeit, das Propheten- und Führertum der Künstlerist etwas Organisches, das sich im Sein und Tun bewährt, „
als direkte Lehre aber auf eine hilflose Weise sich zu ver- ^
gröbern, zu veräußerlichen und zu entgeistigen immer größte ^
Gefahr läuft. Altenbergs neuer Adel, sein Instinkt fürverfeinerte und entwickelte Menschlichkeit, sein humanes ^
Führertum äußerte sich didaktisch in einer Gesuudheitslehre ^
und Diätetik, zu der er den literarischen Mut aus gewissen ^
Seiten des „Leos Iroino" schöpfte und die, verständigenwir uns, ein fürchterlicher Unsinn war. In Befolgung ^
seines Satzes: „Du bist gesund bei Geselchtem mit Kraut, ^