Vorwort zu einem Roman
„Liebe zu sich selbst", hat, ich weiß nicht mehr welcherAutor gesagt — es war ein geistreicher Autor, soviel istsicher — „Liebe zu sich selbst ist iinmer der Anfang einesromanhaften Lebens." Liebe zu sich selbst, so kann manhinzufügen, ist auch der Anfang aller Autobiographie. Dennder Trieb eines Menschen, sein Leben zu fixieren, sein Wer-den aufzuzeigen, sein Schicksal literarisch zu feiern und dieTeilnahme der Mit- und Nachwelt leidenschaftlich dafürin Anspruch zu nehmen, hat dieselbe ungewöhnliche Leb-haftigkeit des Jchgefühls zur Voraussetzung, die, nach jenemAutor, ein Leben nicht nur subjektiv zum Roman zu stempeln,sondern auch objektiv ins Interessante und Bedeutende zuerheben vermag. Das ist etwas Stärkeres, Tieferes undProduktiveres als „Selbstgefälligkeit". Es ist in den schön-sten Fällen das dankbar-ehrfürchtige Ersüllkseüi der Götter-lieblinge von sich selbst, wie es mit unvergleichlich ipnibets!Nachdruck aus den Zeilen spricht:
„Alles geben die Götter, die unendlichen,
Zhren Lieblingen ganz:
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen, tzie unendlichen, ganz."