Tischrede auf Psitzuer
Meine Herren!
In Augenblicken wie diesem bin ich i'inmer versucht, zusprechen wie Moses zum Herrn: „Herr, ich habe einen blö-den Mund, laß meinen Bruder Aron reden!" klnd doch,in kiesstem Herzen empfinde ich das Glück nnd die Ehre,in dieser Stunde das Wort an mich nehmen und dein,was uns gleichmäßig bewegt, meine Zunge leihen zu dürfen.
Wozu arbeitet man? Wozu müht man sich, es den Men-schen, den besseren Menschen recht zu machen? Nicht, umgeliebt und gelobt zu werden. Ich finde, man tut es viel-mehr, uin lieben und loben zu dürfen. Man tut es, umder eigenen Liebe, der Lobpreisung nnd Dankbarkeit, dieman im eigenen Herzen hegt, einige Würde zu schassen,damit sie in Stunden, wie der gegenwärtigen, nicht einarmes, ehrloses, verschwindendes Gesühlchen seien, dag denMenschen gleichgültig sein kann, sondern denen, die sie teilenund vielleicht auch dein, dem sie gelten, irgend etwas be-deuten und wohl gar festlich-stellvertretenderweise zu Wortekommen dürfen. Man trachtet nach dem eigenen Guten, seies noch so beschränkt und bescheiden, um dem Guten über-haupt ein wenig näher zu kommen, um daran teilzuhaben