269
selbst, in Deutschland recht eigentlich beheimatet ist, weil cSals Problem nur hier wahrhaft erlebt und erlitten wird,und daß es, wenn überhaupt, nur hier wird gelöst werde»können, — so würde es mich nicht wundern.
Die fortschreitende Zerstörung aller psychischen Wirklich-keit und seelischen Form, die scheinbar unaufhaltsame An-archisiernng und Barbarisierung der Menschenwelt durchden revolutionären Intellekt war es, was dag Buch alsGrundtatsache unseres Lebens voraussetzte; es war die per-sönlich-überpersönliche Qual-Erfahrung, woraus es letztenEndes erwuchs. Und die dialektische Aufgabe fiel ihm zu,das seelische Prinzip, das erhaltende, das Prinzip der Formgegen das Prinzip des „Geistes" zu verteidigen. Daß jenesunter dem Namen des Deutschtums, dieses unter dem Namender Demokratie darin erschien, mag als fehlerhaft und alsWiderspruch gegen seinen afsichierten Unwillen zur Politikbeanstandet werden, dennoch aber griff diese Terminologienicht ganz zu unrecht darin Platz. Nicht umsonst, nichtganz irrtümlicherweise galt in der ganzen Welt Deutschlandals die das konservative Prinzip vertretende Macht; undwenn es wahr ist, daß die Wiederverknüpfung von Seeleund Geist, dieses Problem aller Bildung und Menschen-ordnung, in Deutschland am meisten Aussicht auf Lösunghat, weil sie als Problem hier am deutlichsten, schmerz-lichsten und verlangeudsten empfunden und erschaut wird,so beweist dies, daß in Deutschland am meisten „Seele"lebendig geblieben war und ist, daß hier die relativ stärk-sten Hemmungen gegen de» allgemeinen und reißendenNiedergang seelischen Lebens sich erhalten hatten. DasGefühl hiervon, und nur dies, war die Quelle meines„Patriotismus". Die Frage des Buches: „Wie denn nun