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„Dann gib mir aber noch", beeilt Marquis Wedekindsich zu sagen, „die zwanzigtausend Mark, die du mir ver-sprochen hast!"
Nein, das tut der Moralist nicht.
Aber die Bürger! Der Direktionsposten!
Dann erst recht nicht. — Sie zanken sich einen Augen-blick. Scholz nennt Wedekind nutzlos, und dieser ihn einenParasiten. Dann macht Scholz eine zweite Andeutung:„Lassen wir den Wettstreit", sagt er. „Ich leiste dengroßen Verzicht."
Das versteht Wedekind nicht. Der Moralist fügt hinzu:
„Ich habe mich von meinen Illusionen losgerissen."
Auch das findet Wedekind noch vieldeutig. Da sagt derMoralist mit stiller, toter Stimme:
„Ich gehe in eine Prioakheilanstalt."
Das Gespräch ist nun so komponiert, daß vorderhandnur von Scholzens persönlichem Entschluß, von seinemeigenen Übertritt in die „Privatheilanstalt" die Rede ist.In der berühmten, grundunheimlichen, kalk-superlativischenRhetorik Wedekinds wird dieser Übertritt moralisch abge-handelt. Der „Marquis" spricht empört von Verrat ander eigenen Person, von Menschenwürde, — aber es han-delt sich nur um den anderen. Scholz verteidigt sich, indemer bemerkt, daß nur der seiner Menschenwürde verlustiggehe, der jene Beschränkung gegen seinen Willen über sichverhängen lassen müsse. Das ist bemerkenswert. DerDichter, der ihm diese Replik in den Mund legt, glaubt zuwissen, daß Wahnsinnige oder solche, die man so nennt,das größte Verlangen nach der „Versorgung" tragen. Ichhabe es aus seinem Munde, daß der Schriftsteller OskarPam'zza ausdrücklich nur deshalb nackt auf der Straße