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kennt sein Spiel, das nicht Kunst, nicht Schauspielerei,sondern eine bekleminende Wirklichkeit ist, atemlos, linkisch,schamhast-emphatisch und erschütternd lächerlich, wie seineSeele. Er war bankerott, noch einmal, auch diesmal, undzwar gründlich. Die Bürger hatten „ergebenster Diener"gesagt. Anna war fort. Er hatte ihr atemlos und scham-haft-emphatisch die Tirade zugeschleudert: „Ich gebe dirmit Freuden, wenn eS mit mir vorbei sein soll, was ichvon meiner Seelenglut in dich hineingelebt, aus deineKarriere mit. Aber wenn du dich vor deinem Künstlerloshinter einen Geldsack verschanzest, dann bist du heute schonnicht inehr wert als darr Gras, das dereinst aus deinemGrabe wächst!" Aber sie war dennoch fort. Er war allein.Auf einem Knie, die plumpen Hände auf seinem einsamen,grundwunderlichen Herzen, keuchte er atemlos und linkisch:„Ah! Ah! Das ist der Tod!" Dann stapft er aus seinerdicken Sohle zum Schreibtisch, ergreift die Briefe, will seinerAngebeteten nach . . . und in der offenen Tür tritt ihmsein Gegenspieler, Ernst Scholz, der gescheiterte Moralist,entgegen.
Das ist Absicht; etwas Unheimliches kündigt sich an.Es wird nicht gemeldet, es klopft nicht an, eö kommt auskeinem gesellschaftlichen Wege. Es „tritt ihm in der offenenTür entgegen", still und gefaßt, wie aus dem Boden ge-wachsen. Wedekind stiert die Erscheinung einen Augenblickan und humpelt dann ins Zimmer zurück, um sich mit ihrauseinanderzusetzen.
„Ich wollte eben zu dir ins Hotel fahren", sagte er.Und der andere gibt eine erste Andeutung, weshalb er sostill und gefaßt ist. „Das hat keinen Zweck mehr", sagter mit toter Stimme. „Ich reise ab."