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Uns nun aber scheint, daß, seit Gogols Tagen, derKampf um das „Reich", um das neue Menschentum unddie neue Religion, um die Dcrleiblichung des Geistes unddie Vergeistigung deö Fleisches, nirgends kühner und innigergeführt wird als in der russischen Seele. EhrwürdigeNiederlagen ereignen sich in diesem Kamps, Rückfälle inden asketischen Radikalismus der Meinung, daß „in Gottleben außerhalb des Körpers leben heiße", wie denn Gogolzuletzt dem fürchterlichen Erzpriester Matthäus anheimsiel,und wie auch Tolstoi nicht „aufgeklärt", nicht „kritisch"genug war, um die leibhafte Geistigkeit, die geisthafte Leib-lichkeit der Kunst zu verstehen, die in der Tat von jeherdie Verkünderin des Dritten Reiches war, sondern sie anMistreß Beecher-Stowe verriet und sich selbst verleugnete.Aber der Menschheitskampf um die wahre Aufklärung, vonder Gogol in seinem „Briefwechsel mit Freunden" sagte,daß sie nicht Belehrung, Unterricht und Bildung, sonderndie Durchleuchtung aller menschlichen Kräfte, der ganzenNatur des Menschen und nicht nur seines Intellektes be-deute, dieser Kampf geht weiter, im Rußland Gogols undim Deutschland Nietzsches, und ihn zu sehen, zu lieben,durch Wissen und Liebe irgendwie Teil daran zu haben,das ist es, was ich eine „lebenswichtige Angelegenheit"nannte.
Die „Süddeutschen Monatshefte" haben manches nütz-liche und gediegene Heft an den Tag gegeben, — einschöneres nie, nein, kein so schönes. Das ist kein Zeit-schriftenheft, das ist ein Schatzkästchen. Günstige Leser-schaft! Es handelt sich um ausgewählte Proben der erstenErzählungskunst beider Hemisphären.