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Draht zerschnitten und so dag Bündnis Rußlands mit Frank-reich herbeigesührk hatten, — die Mesalliance der Demo-kratie des Herzens mit der Demokratie als abgestandener,akademisch-bourgeoiser Revolutionstirade, das Mißbündnisder Menschlichkeit mit der Politik, — es kam, sage ich,der Weltkrieg, und die Reise ins Gogolsche war unter-bunden.
Aber nach dem Kriege hörte ich folgendes: Ich hörtevon Alexander Eliasberg, daß Mereschkowskij, mit dem ichdurch jenen fabelhafterwei'se einmal Grüße getauscht, —daß dieser, der, vor der Bolschewistenherrschaft flüchtig, sichin Warschau befinde, nach Deutschland, nach München zukommen beabsichtige und mich besuchen werde. DmitrijMereschkowskij! Der genialste Kritiker und Weltpsychologseit Nietzsche! Er, dessen Buch über Tolstoi und Dostojew-skis auf meine zwanzig Jahre einen so unauslöschlichen Ein-druck machte und dessen ebenfalls völlig beispielloses Werküber Gogol ich überhaupt nicht wegstelle! Man will nichtprovi'nzlerisch scheinen, und darum erwiderte ich in bequemerHaltung, Herr Mereschkowskij werde natürlich willkommensein. Im Innersten aber glaubte ich kein Wort. DerMythos sitzt nicht bei einem im Zimmer. Das gibt esnicht, llnd es geschah denn auch nicht. Mereschkowskijist nicht nach München gekommen und hat mich schon ausdiesem Grunde also auch nicht besucht. Leben ist Verwirk-lichung, ober alles hat seine Grenzen.
Statt dessen jedoch, wahrscheinlich um mich schadlos zuhalten, widmete Eliasberg mir seine „Neuen russischen Er-zähler", jene Blütenlese junger und jüngster östlicherNovellistik,die, ich will es hoffen, den Lesern dieses Heftes bekannt ist.Der ausgezeichnete Mittler wußte gewiß, daß ich mir aus