Verzweiflung, auch aus einfacher Lebensfrische; aber dasgogolisch komische Element fehlt nirgends und in keinem Fall.Selbst Dostojewskijs epileptisch-apokalyptische Schatkenwelkist von unbändiger Komik durchsetzt, — er hat ja übrigensausgesprochen komische Romane geschrieben, wie „Onkel-chens Traum" und das vom Geiste Shakespeares undMolieres erfüllte „Gut Stepanschikowo". Selbst der schwereund breitstirnige Tolstoi kann bis zur Ausgelassenheit ko-misch sein, zuweilen dort, wo er am moralischsten ist, wiein den Dolkserzählungen. Und diese russische Komik inihrer Wahrheit und Wärme, ihrer Phantastik und ihrertiefen, herzbezwingenden Drolligkeit ist, wenn wir unserHerz sprechen lassen dürfen, die liebenswerteste und be-glückendste der Welt, — weder der englische noch der Jean-paulinisch-deutsche Humor ist ihr zu vergleichen, von Frank-reich, das seo ist, nicht erst zu reden; und wo man außer-halb Rußlands etwas Ähnlichem begegnet, da ist russischerEinstuß offenkundig, wie bei Hamsun. Was ist es denn aber,was der russischen Komik diese menschlich gewinnendenKräfte verleiht? Dies, ohne Zweifel, daß sie religiöserHerkunft ist, — an ihrer literarischen Duelle gleich, beiGogol, der mit ihr Schule machte, ist es nachzuweisen.„Mein ganzes Streben", sagt er in einem Brief, „gehtdahin, daß jedermann, der meine Werke gelesen hat, nachHerzenslust über den Teufel lachen kann." „Den Teufelzum Narren machen", — dag ist der mystische Sinn derrussischen Komik, und „Herzenslust" ist in der Tat dieexakte Bezeichnung für ihre Wirkungen.
„Die heilige russische Literatur", — geneigt zum Be-kenntnis und zur Lobpreisung nannten wir sie als Jüng-ling so in einer Novelle und wußten nicht, daß fern im