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der glänzende kleine Einfall von den „Hemmschuhen". In-dem hier der geläufige Begriff der Hemmschuhe ohne wei-teres und mit der unschuidigsten Miene auf die Pantoffelnübertragen wird, die Schlemihl über die Stiefel zieht, wenner normale und keine Siebenmeilenfchritte zu machen wünscht,erhält das ganze Wunder einen Charakter bürgerlicher Wirk-lichkeit, den es im Märchen niemals befaß. — Schlemihlalso, ein grotesker und mit feinem Lose großartig zufrie-dener Wanderer, bewegt sich in kolossalen Studienmärschenauf dem Rücken der Erde. Er setzt die Geograpkie uner-forschter Länderstrecken fest, er ist Botaniker und Zoologegroßen Stils, und er wird Sorge tragen, daß vor seinemTode seine Manuskripte bei der Berliner Universität nieder-gelegt werden. „Ich habe," sagt er, „seitdem, was dahell und vollendet im Urbild vor mein inneres Auge trat,getreu, mit stillem, strengem, unausgesetztem Fleiß darzu-stellen gesucht, und meine Selbstzufriedenheit hat von demZusammenfällen des Dargestellten mit dem Urbild abge-hangen." Hier wird die phantastische Improvisation dich-terischer Einbildungskraft zum Bekenntnis. Und wird siees wirklich erst hier?
Chamisso hat es der Mit- und Nachwelt leicht gemacht,festzustellen, daß mit dem Schlemihl er selbst gemeint ist,es hat ihm gefallen, wiederholt durch Äußerlichkeiten aufdie Identität von Dichter und Fabelhelö anzuspielen. Warummuß Schlemihls treuer Diener „Bendel" heißen? DerName kehrt wieder in einem Gedicht, worin humoristisch er-zählt ist, wie Chamisso einst als junger Leutnant über demHomer die Dienststunde verträumte:
„Stiefletten, Bendel, schnell! ich seh erschrocken,
Daß sich bereits der Obrist eingefunden."