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über dieser Prosa zu schweben, bang, innig und seltsamkühn in ihrer Einfachheit, wie alles Bekenntnis:
„Du heißest mich reden und machst mir's so schwer,
Zch feh' dich an und zittre so sehr."
Man möchte nacherzählen, möchte den Finger auf jedenAbsatz legen; aber hier folgt ja das Ganze. Nichts erfreu-licher, als der Kapitelschluß, wo der Böse, „als sei er sol-cher Behandlung gewohnt," sich stillschweigend, mit gebück-tem Kopf und gewölbten Schultern, von dem getreuenBendel den Buckel zerbleuen läßt. Nichts amüsanter alsdie Pointe: „Nun ward mir auch das ganze Ereignis sehrnatürlich erklärbar. Der Mann mußte das unsichtbareVogelnest, welches den, der es hält, nicht aber seinen Schat-ten, unsichtbar macht, erst getragen und jetzt weggeworfenhaben." Ja so! . . . Und keine schönere Schlußwendungwar denkbar, als die vom Dichter erfundene, die versöhn-lich ist, doch zugleich streng und weit von dem kindlichenOptimismus des Märchens entfernt, wo alles in Hochzeits-jubel und „wenn sie nicht gestorben sind" auSzulaufen pflegt.
Schlemihl, „durch frühe Schuld von der menschlichenGesellschaft ausgeschlossen," kehrt keineswegs in diese Ge-sellschaft zurück, gewinnt seinen Schatten nicht wieder. Erbleibt einsam, er fährt fort zu büßen, aber zum Ersatz fürbürgerliches Glück wird er durch eine gnädige Fügung andie weite Natur gewiesen und verbringt sein Leben imDienste der Wissenschaft. Die geographische Akkuratesse,mit der der Verfasser die Märsche seines Helden in denSiebenmeilenstiefeln bezeichnet, ist wiederum ein Mittel, diePhantastik seiner Angaben realistisch zu stützen, und be-zeichnend für seine Umsicht sowohl wie für seine unauf-fällige Kunst, das Märchenhafte plausibel zu machen, ist