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Er war übrigens kein Formalist, und, ein gewissenhafterKünstler, hat er das Künstliche kaum gepflegt. Das Ghaseletwa, in dem Rückert und Platen brillierten, kommt nichtvor in seinem Werk; andere klassische Formen, dag Sonett,dieSapphischeOde, die Nibelungenstrophe treten zurück. Undam liebenswertesten sind, wie in aller Lyrik, zwei, drei formalganz einfältige und scheinbar kunstlose Dinge, leicht hinge-träumt und rasch endigend, aber bebend von Empfindungund seltsam kühn in ihrer Einfachheit, wie alles Bekenntnis:
„Was soll ich sagen?
„Mein Aug' ist trüb, mein Mund ist stumm.
Du heißest mich reden, es sei darum.
Dein Aug' ist klar, dein Mund ist rot.
Und was du nur wünschest, das ist ein Gebot.
Mein Haar ist grau, mein Herz ist wund,
Du bist so jung, und bist so gesund.
Du heißest mich reden, und machst mic's so schwer,
Ich jeh' dich an, und ziktre so sehr."
„Die alte Waschfrau" ist wohl Chamissos populärstesGedicht; „SalaS y Gomez" gewann ihm den Beifall derKenner; aber einen europäischen Namen, ja Weltruf ver-schaffte ihm eine prosaische Arbeit, eine Erzählung, — ebendas kleine Buch, das wir hiermit dem deutschen Publikumwieder vorlegen, aus eigener Erfahrung der innigen undunmittelbaren Wirkung sicher, die es noch heute, fast hun-dert Jahre nach seiner Entstehung, zu üben vermag.
„Peter Schlemihls wundersame Geschichte"wurde — um das Literarhistorische vorwegzunehmen —im Jahre i6lZ niedergeschrieben: um jene Zeit, als der