sachliche Auffassung, die übrigens auch darin zum Ausdruckkommt, daß der Institution das Schrullenhafte und Kuriose,das ihr anhafteke, genommen wird. Das Riefenregiment,fehenSwürdig, aber etwas stupid, wird abgeschafft — es tutbei der Leichenparade für Friedrich Wilhelm zum letztenMole Dienst, und nur ein Bataillon „Grenadiergarde" wirdder Pietät halber beibehalten. „Die Macht des Staates" .. .Preußens Vertreter an fremden Höfen führen plötzlich eineSprache, daß man seinen Ohren nicht kraut. Preußen trittauf, Preußen wünscht durchaus, sich als die beträchtlicheRealität betrachtet zu wissen, die es ist, — sein überraschen-der junger König nimmt eine Miene an, als empfinde erseine Stellung nicht sowohl als die eines deutschen Reichs-standes, denn als eine europäische, er gibt zu verstehen, daßer nicht gemeint ist, „immer nur zu spannen und niemalsabzudrücken", wie das spöttische Europa es so lange vonPreußen gewöhnt gewesen ist. . .
Aber wag soll man aus alldem nun machen! Hat erdenn bis dahin Komödie gespielt? „Der größte Fehler anihm", hat Graf Seckendorfs einmal über den Kronprinzennach Wien geschrieben, „ist feine Verstellung und Falsch-heit, daher mit großer Behutsamkeit sich ihm anzuvertrauenist." Ja, das scheint so. Und wenn Seckendorfs fort-fährt: . Er sagte mir, er wäre ein Poet, könne in zwei
Stunden hundert Verse machen. Er wäre auch Musiker,Moralist, Physiker und Mechaniker. Ein Feldherr undStaatsmann wird er niemals werden", — so sieht es jetztaus, als ob auch dies Verstellung und Falschheit von seitendes jungen Menschen gewesen sei. Denn was nun kommt,ist denn doch das Stärkste an Überraschung und zeigt über-haupt erst, wessen man sich von ihm zu versehen hat.