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ÜII seidenen Schlafrock, — der Korpvralstock hak abgewirk-schafket, mit dem Potsdamer Militarismus wird es gründ-lich zu Ende sein. Ja, freilich! Gerade hier gibt eg dievollkommenste Überraschung. Der schlappe und ziemlichwollüstige junge Philosoph entpuppt sich zur allgemeinenVerblüffung als passionierter Soldat, — welcher nicht darandenkt, das militärische Fundament des Staates zu schwächen.In schwächen? Er vermehrt die Armee um fünfzehn Ba-taillone, fünf Schwadronen Husaren (die er nach öster-reichischem Muster einführt) und eine Schwadron Garde-dukorpS, womit sie nun also rund nennzigtausend Mannstark ist. Die Uniform, früher ein vermaledeiter Sterbe-kittel, zieht er überhaupt nicht mehr aus. Sein Konservatis-mus geht so weit, daß er jede Veränderung in den Kom-mandostellen unterläßt. „Die Heeresorganisation ist einDenkstein der Regenkenweisheit von UnserS HöchstgeliebtestenHerrn Vaters Majestät, sie ist im wesentliche» nicht an-zutasten." Ein paar Plumpheiten im Werbewesen werdenallenfalls abgestellt, das Fuchtel» der Kadetten, Mißhand-lungen des gemeinen Mannes haben ehrenhalber zu unter-bleiben, — das ist alles. Was sich aber ändern zu sollenscheint, dag ist der Sinn der Einrichtung, der Geist, in deminan sich ihrer bedient, kurzum: ihre politische Bedeutung,— und dies eben ist das Bedenkliche.
Das Militär war ja so etwas wie ein Puschel des höchst-seligen Herrn gewesen, eine rauhe und ziemlich kostspieligeLiebhaberei, über die man an allen Höfen gewitzelt hatte,und die bei den europäischen Geschäften nie irgendwie insGewicht gefallen war. Auf einmal ist eö „die Macht desStaates", — dies ist der Ausdruck Friedrichs in einem derersten Briese, die er als König schreibt, — eine sonderbar