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Herr Pniower erklärt, er habe die Urhandschrift nichteingesehen, sei aber kühn genug, seiner Konjektur sichergenug, um daraus zu verzichten. Desto besser und lustiger!So kämpfen wir auf gleichem Fuß, denn ich habe dieHandschrift auch nicht eingesehen. Daß es nachgerade ander Zeit wäre, das zu tun, leugne ich nicht nur nicht, son-dern verfolge mit gegenwärtigen Zeilen sogar den Zweck,diese Nachprüfung ernstlich anznregen. Für den Augen-blick denn aber stehe Zuversicht gegen Zuversicht, Selbst-vertrauen gegen Selbstvertrauen. Denn mit derselben in-tuitiven Sicherheit, mit welcher Herr Pniower behauptet,Fontane habe nicht „das es sendet" geschrieben, sondern:„daß eg endet", — behaupte, weiß ich und stelle ich fest,daß Herr Pniower irrt; mit eben dieser Sicherheit halteich aufrecht, daß Fontane so schrieb, wie eg in der Ettlinger-schen Ausgabe steht, und daß einzig und allein dies dierichtige Lesart der Strophe ist und bleibt.
Ich muß es wohl aufrechthalten. Denn nochmals, ichhabe den Spruch geliebt, so, wie er überliefert war, undLiebe möchte nicht lächerlich werden. Meinen Korrespon-denten schrieb ich, ich könne den unter dein Klange von„spendet" stehenden Reim von „das es sendet" auf „wases sendet" nicht nur nicht als schwach und häßlich emp-finden, sondern empfände ihn geradezu als die formalePointe des kleinen Gedichtes. Nun schließt die Wissen-schaft sich dem gegenteiligen, dem populären Urteil au.Sehr häßlich, sagt sie, sei der Reim, sehr hilflos. EinMeister wie Fontane habe ihn unbedingt und spielendvermeiden müssen. Und sie fügt hinzu, mau könne jaallenfalls sagen, daß das Leben „Wissen sende" eigentlich:„das Wissen vermehre", — doch sei die Wendung nüchtern
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