Druckschrift 
Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

deutschen in die Weltliteratue ragt, alle Liebe zu seinerMenschliä'keit und Kunst, seiner Problemcuik und Harmoniewird wach, stammt auf beim Lesen dieser Abhandlung, dieein Kronjuwel erzählender europäischer Prosa anfzuzeigen,einen Glücks- und Ruhmesfall erzäklender Dichtung zufeiern weiß, wie es bisber noch nicht geschehen. Eine Roman-bibliothek der rigorosesten Auswakl, und beschränkte man sieauf ein Dutzend Baude, auf zehn, auf sechs, sie dürfteEist Briest" nicht vermissen lassen. Heißt es nicht, keinGebilde aus Menschenhand sei vollkommen? Und doch,so sekr man gestimmt sein mag, der Menschheit Bescheidunganzurcuen, der Satz ist falsch, es gibt das Vollkommene,als Künstler bringt der Mensch es träumerisch zuweilenhervor. Das sind seltenste Glücksfälle, wie gesagt, eine un-glaubwürdige Gunst und Gnade der feinsten Umstände istnötig, damit es geschehe: es stimmt einmal alles, es schießtzusammen, und der Kristall ist rein. Fontane hat als alterMann das Glück und die Webrnnt dieser Konstellation, diedag Absolute und Souveräne zeitigt, gekostet. Auch ihreWehmut. Denn er waßre: das kommt nicht wieder. Undan einen Freund schreibt er in seiner auch hier noch un-feierlicheu Sprache überEsst Briest":Der alte Witz, daßman Mundstück sei, in das von irgendwoher hineingetuketwird, hat doch was für sich, und das Durchdrungenfeindavon läßt schließlich nur zwei Gefühle zurück: Bescheiden-heit und Dank."

Fontane spricht einmal von der ganz feinen Sinnlichkeit,die der Lust der Menschenbeobacl'tung zugrunde liege. Siewar gewiß im Spiele, als er auf dem großen Balkon desZehnpfundhotels in Thale das junge englische Geschwister-paar, jene beiden Dissenterkinder, heiter plaudernd und doch