zur Kunst mit wenigen Strichen kennzeichnet; und eine Über-sicht über seine journalistische Tätigkeit und die Wander-schriftstellerei beschließt den einleitenden Teil.
Mit dem zweiten aber beginnt schon die Betrachtungvon Fontanes eigentlichem Lebenswerk, seiner Roman-Pro-duktion, deren Erstling „Vor dem Sturm", ein Neunund-süufzigjähriger vollendet. Noch die balladesken Novellen„Grete Minde" und „Ellern Klipp" nebst der zweiten histo-rischen Erzäblung „Schach von Wuthenow" zählen zu denepischen Frühwerken. Erst von „L'Aöultera", dem erstender Berliner Romane und zugleich dem ersten jener Werke,die den dauernden Ruhm Fontanes, des bürgerlichen Rea-listen, begründen, datiert Wandrey eine mittlere Epoche, dienach seiner Anordnung des weiteren „Cecile", „IrrungenWirrungen", „Stine" und „Mathilde Möhring" umfaßt.Und nun erhebt sich, in einem vierten Teile, das Buch zurKritik der epischen Spätwerke, worunter „Frau JennyTreidel", „Esst Briest" und die „Poggenpuhls" nebst dem„Stechlin" verstanden sind, — einer Kapitel-Trias, die dagPhänomen der Greisenmeisterschaft, eines ZusammenfallenSvon persönlicher Gebrechlichkeit mit produktiver Blüte inseiner ganzen rührenden und wundersamen Einmaligkeitempfinden läßt und in deren Mitte, als Kernstück desBuches überhaupt, der Versuch über „Esst Briest", dasMeisterwerk des Siebzigjährigen, steht.
Es ist eine Glanzleistung, die, wie wir glauben möchten,mit ihrem Gegenstände durch die Zeiten ehrenvoll verbundenbleiben wird. Alle schlummernde Liebe zu diesem herrlichenBuch, dem zwei nachfolgende Generalionen nichts Eben-bürtiges zur Seite zu stellen haben, und mit dem Fontane,nach des Verfassers wahrhaftiger Feststellung, aus der