göttlichen Vorsehung empfinde, beuge ich mich vor ihm;wo er einfach er selbst ist, Junker und Deichhanptmannund Vorteilsjäger, ist er mir gänzlich unsympathisch." Under war nicht Pessimist und Zyniker genug, war, um mitMontaigne zu unterscheiden, in seinem Herzen zu sehr fürdas „Ehrenhafte" gegen das „Nützliche", um dem Machia-vellismus des Reichsgründers unbedingt zujubeln zu können.„Er ist die denkbar interessanteste Figur. Ich kenne keineinteressantere; aber dieser beständige Hang, die Menschenzu betrügen, dies vollendete Echlaubergertum ist mir eigent-lich widerwärtig, und wenn ich mich ausrichten, erhebenwill, so muß ich doch auf andere Helden blicken." — Auswelchen wohl? — Mythos und Psychologie: Das sind zweiDinge; und wo fie in ein und derselben Brust beieinanderwohnen, wo Sänger- und Schriftstellertum sich paaren, dakommt es äußerlich zu Widersprüchen. Die Bewunderung,die der psychologische Schriftsteller der Größe zollt, ist nichtstudeutenhaft „rein und hell"; er blickt auf den Heldennicbt, um sich „erheben" zu lassen. Der Held ist ihm „diedenkbar interessanteste Figur"; aber vom Interesse, diesemeigenilichen Schriftsteller- und Psychologenaffekt, ist nichtweit mehr zu allen Naturalismen, Bosheiten und Ironiender Erkenntnis. Aus Biiefttellen, wie der angeführten,redet der skeptische Psycholog über einen noch lebendenHelden. Bismarcks Tod ließ Fontane vor diesem letztenAusbruch großen Deutschtums den mythisch-ehrfürchtigen,den großen Stil der Anschauung wiedergewinnen, zu demer drei knappe Jahre früher nur die Jugend hatte ver-pflichten wollen, und er fang:
„Widukind lädt ihn zu sich ein:
Im Sachsenwald soll er begraben sein."