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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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Verfeinerung und musische Anmut, sondern Tüchtigkeit undrauhe Zucht die Träger historischer Sendung sind.

Er hat Bismarck mehrmals besungen; in den Briefenspricht er von ihm; und ich weiß nicht, woraus, ob ausSang oder Wort, man mehr über Bismarck sowohl wieüber Fontane erfährt. Die Gestalt des deutschen Kanzlersist hier mit einem skeptischen, ja, gehässigen Psychologen-auge gesehen: sehr groß und sehr fragwürdig. Das Rechtauf Zweifel erkennt der Alte den Jungen freilich nicht zu.Die Studenten", schreibt er am Bismarcktag des Jahres gL,müssen begeistert sein; das ist ihre verfluchte Pflicht undSchuldigkeit. Für alte Knöppe liegt es anders oder wenig-stens komplizierter. Diese Mifchung von Übermensch undSchlauberger, von Staatengründer und Pferdestall-Skeuer-verweigerer, von Heros und Heulhuber, der nie ein Wässer-chen getrübt hat, erfüllt mich mit gemischten Gefühlen undläßt eine reine, Helle Bewunderung in mir nicht aufkommen..."Er war zu loyal, um der Legitimität gegenüber die Parteides Genies ergreifen zu können:Ich stehe in der ganzenGeschichte von Anfang an auf Kaisers Seite . . . Bismarckist der größte Prinzipverächter gewesen, den es je gegebenhat, und ein ,Prinzip' hat ihn schließlich gestürzt, besiegt,dasselbe Prinzip, das er zeitlebens auf seine Fahne ge-schrieben und nach dem er nie gehandelt hat. Die Machtdes hohenzollernschen Königtums (eine wohlverdiente Macht)war stärker als sein Genie und seine Mogelei. Er hat diegrößte Ähnlichkeit mit dem Schillerschen Wallenstein (derhistorische war anders): Genie, Staatsretter und sentimen-taler Hochverräter. Immer ich, ich, und wenn die Geschichtenicht mehr weitergeht, Klage über Undank und norddeutscheSentimentalitätsträne. Wo ich Bismarck als Werkzeug der