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Der Dichter ist konservativ als Schützer des Mythos.Psychologie aber ist das schärfste Minierwel kzeug demo-kratischer Aufklärung. In den späten Briefen Fontanes,des Verherrlichers kriegerischen Preußenaöels — in seinenBriefen, d. h. außerhalb seiner Produktion — findet manKundgebungen stark revolutionären und demokratischen Ge-präges, pazifistisch-antimilitaristische Äußerungen, die nichtnur als wohlwollende und verjüngungsbereite Anpassungan die literarisch-revolutionäre Zeitstimmung von 1860 zuverstehen sind, sondern durchaus auch seinem eigenen Wesen,dem, was rationalistisch-humanitäres l6. Jahrkundert (und20. Jahrhundert?) in ihm war, zugehörten und den ,,8oup-xorr" nachträglich in hohem Grade rechtfertigten, mit demer seine „als Untergrund immer noch vorhandene Adels-Vorliebe" behandelt sehen mußte. Geister wie er müssenin ihrem politischen Verhalten kompliziert und unzuver-lässig erscheinen, denn die Widersprüche, zu denen die Tages-debalte sie drängt, finden ihre Aussöhnung und Auflösungerst in der Zukunft.
Das Schauspiel, das der alte Fontane bietet, dies Schau-spiel einer Vergreisung, die künstlerisch, geistig, menschlicheine Verjüngung ist, einer zweiien und eigentlichen Jugendund Reife im hohen Alter, besitzt in der GeisteSgefchichtenicht leicht ein Gegenstück. „Ich bin mit den Jahren jüngergeworden," schrieb der achtundzwanzigjährige Jüngling aneinen Freund, „und die Lebenslust, die eigentlich ein Erbteilder Jugend ist, scheint in mir zu wachsen, je länger der ab-gewickelte Faden wird." Dag ist eine frühe Erkenntnis seinervitalen Eigenart. Er war geboren, um der „alte Fontane"zu werden, der leben wird; die ersten sechs Jahrzehnte sei-nes Lebens waren, beinahe bewußt, nur eine Vorbereitung
Mann, Rede und Antwort
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