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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
78
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Aber es kommt aus seiner Tiefe, wenn er, mit neunund-siebzig Jahren, an einen Kritiker schreibt:Ganz besondersdankbar bin ich Ihnen für den Hinweis darauf, daß ichanderen zu Leibe rücke, mir selbst aber auch. Und hätteich meiner Neigung folgen können, so wäre ich noch ganzanders gegen mich losgegangen. Denn inmitten aller Eitel-keiten, die man nicht los wird, kommt man doch schließlichdazu, sich als etwas sehr Zweifelhaftes anzusehen: ,1boucorasst in suclr a gusstionadls slraps.'" Es hing mit seinemBürgersinn für Zucht und Ordnung zusammen, mehr abernoch mit jenem redlichen Rationalismus, von dem die Feier-lichen, die Priester und Schwindler unter den Künstlernnichts wissen wollen, wenn er die Fragwürdigkeit desTypus Künstler, dieser Kreuzung aus Luzifer und Clown,wie außer ihm vielleicht nur noch Einer empfand. Manbeachte die ungeduldige Vehemenz des Ausdrucks in fol-gender Kritik der Romansiguren SpielhagenS:Immer dieVorstellung, daß ein Dichter, ein Maler oder überhauptein Künstler etwas Besonderes sei, während die ganzeGesellschaft (und so war es immer) auf der niedrigsten Stufesteht, so niedrig, daß die meisten übergelegk werden müßten.Von dieser Regel gibt es mir sehr wenig Ausnahmen,Scott zum Beispiel; aber Byron ist schon wieder entsetzlich.Man muß den Künstlern gegenüber, wenn es wirklicheKünstler sind, Verzeihung üben und Fünfe gerade seinlassen, aber ihre Mischung von Blödsinn, Sittenfrechheitund Arroganz auch noch zu feiern, ist mir widerwärtig.Schon die bloße Redensart, ,meine Kunst ist mir heilig'(namentlich bei Schauspielerinnen), bringt mich um."Magda Schwarze war damals ivohl noch auf dem Konjer-vatorium. Aber klingt die Äußerung nicht genau wie ein