Zitat aus der „Fröhlichen Wissenschaft"? Und zu demselbenGedankenkreis gehören die Rubek-Betrachtungen des Sech-zigers über den Gegensatz von Kunst und Leben und denVorrang, die Überlegenheit des ungeiiialen und liebens-würdigen Lebens. „Ach," schreibt er, „wie bevorzugt sinddoch Leutnants, sechs Fuß hohe Rittergutsbesitzer und alledie anderen aus der Familie Don Juan, und wie nehm' ichalles zurück, wag ich, als ich selber noch tanzte, zugunstenlyrischer Dichtung und zuungunsten hübscher, lachenderund gewaschener Herzeussieger gesagt habe. Der Bücher-und Literaturwurm, und wenn er noch so gut und noch sogescheit ist, ist doch immer nur eine Freude für sich selbst,für sich und eine Handooll Menschen. Die Welt geht drüberweg und lacht dem Leben und der Schönheit zu. Die Aus-nahmen sind selten und oft bloß scheinbar. HeyfeS Triumphesind immer noch mehr seiner Persönlichkeit als seinemDichtertum zuzuschreiben." Und als man ihn nicht versteht,sucht er sich zu erklären: „Es ist eine Lieblingsbeschäftigungvon mir, im Gespräch mit den Meinen auf die relativeGleichgültigkeit von Kunst, Wissen, Gelehrsamkeit, insonder-heit von Lyrik und Epik (also mich selbst persiflierend) hin-zuweisen und die Vorzüge zu feiern, vielleicht zu über-treiben, deren sich die schönen, lachenden Menschen erfreuen,denen die Herzen ihrer Mitmenschen immer wieder undwieder zufallen. Als junger Mensch dacht' ich gerade ent-gegengesetzt. Hübschheit war nichts. Talent, Genie war alles."
So ist es in der Ordnung. Das Recht auf Ironisierungdes Geistes und der „Literatur" (eine Manier heutzutage,mit welcher von Unbefugten ein widerwärtiger Mißbrauchgetrieben wird) will erst erworben sein durch große Lei-stungen; Künstlerskepsis gegen Kunst und Künstlertum wird