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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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Schöpferleben das Gefühl des Wohlseins aber eine Aus-nahme gewesen zu fein scheint; der, konftipiert, melancholischschlaflos, allgemein gepeinigt, sich mit dreißig Jahren ineinem Zustand befindet, daß er sich oft niederfetzt, um eineViertelstunde lang zu weinen; der vor der Beendung desTannhäufer" zu sterben fürchtet und mit fünfunddreißigJahren sich für zu alt hält, um die Ausführung des Nibe-lungenplaneS zu unternehmen; der fortwährend erschöpft,jeden Augenblickfertig" ist, mit Vierzigtäglich an denTod denkt" und mit fast Siebenzig denParsifal" schreibenwird. Der Temperamentunterfchied ist groß, und bei Fon-tane ist alles kühler, gemäßigter. Aber feine Briefe gebenKunde von feiner raschen Erschöpfbarkeit, seiner innerenGehehtheit; und offenbar hat er nicht geglaubt, es zu hohenJahren zu bringen. Wenn er mit siebenunddreißig sichaltern fühlt, so steht er sich mit siebenundfnnfzig am Ziel.Er hatnun alles Irdische erreicht: geliebt, geheiratet,Nachkommenschaft erzielt, zwei Orden gekriegt und in denBrockhans gekommen. Es fehlt nur noch zweierlei: Ge-heimer Rat und Tod. Des einen bin ich sicher, auf denanderen Verzicht' ich allenfalls." Zwei Jahre später hat erim Theater einen Arger,im Grunde genommen nur eineBagatelle; und doch war mir eine Viertelstunde lang z»Mut, als müßt' ich auf dem Platze bleiben; das Herzschlug mir krankhaft, und um die Hüften herum hatt' icheinen heftigen Schmerz . . . Nervös war ich immer, aberdoch nicht so. Und dann sag' ich mir wieder: Was willman denn noch? Das Leben liegt hinter einem, und diemeisten Achtundfünfziger sind noch ganz anders ramponiert."Er ist ramponiert, das Leben liegt hinter ihm; und was ernoch zu geben haben wird, sind lediglich achtzehn Bände,