Gefalle,, z» finden, merk' ich deutlich, das; ich alt werde.Musik und die schönen Linien einer Statue fangen a„, mirwohlzutun; die Sinne werden feiner, und die erste Regeldes Genusses lautet: Nur keine Anstrengung! In der Jugendist das alles anders." Dceiundzwanzig Jahre später schreibter an seinen Verleger Hertz: „Ich fange erst an. Nichtsliegt hinter mir, alles vor mir, ein Glück und ein Pechzugleich. Auch ein Pech. Denn es ist nichts Angenehmes,mit Neunundfünfzig als ein ,ganz kleiner Doktor' dazustehen."Vierzig Jahre später gibt er sein Meisterwerk. . .
Man betrachte seine Bildnisse: das jugendliche im erstenBande der Briefe an seine Freunde etwa neben der spätenProfilaufnahnie, die den Nachlaßband schmückt. Man ver-gleiche das blasse, kränklich-schwärmerische und ein bißchenfade Antlitz von dazumal mit dem prachtvollen, fest, gütigund fröhlich dreinschauenden Greisenhaupt, um dessen zahn-losen, weiß überbuschten Mund ein Lächeln rationalistischerHeiterkeit liegt, wie man es auf gewissen Alkherren-Porträtsdes achtzehnten Jahrhunderts findet, — und man wirdnicht zweifeln, wann dieser Mann und Geist auf seinerHöhe war, wann er in seiner persönlichen Vollkommen-heit stand.
Dies Bild zeigt den Fontane der Werke und Briefe, denalten Briest, den alten Stechlin, es zeigt den unsterbliche»Fontane. Der sterbliche, nach allem, was man hört, warmangelhafter und hat die Leute wohl oft enttäuscht. Erist Siebenzig, als er zu seiner Tochter von der Kraft undFrische spricht, die zum Vergnügen viel mehr noch als zumArbeiten gehöre, und gesteht, daß die Frage: „Was sollder Unsinn?" ganz und gar von ihm Besitz zu nehme»drohe. Aber er bildet sich wohl mir ei», daß er jener Art