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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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abzugewinnen? Ein eigenartiger Kunstgenuß, der auf dieserArt von Genugtuung beruhte! Auf einer abstraktiven Lei-stung! Auf momentanen Triumphen der Phantasie überdieIllusion"! Wo ist die Stimmung, der Ernst, die be-rühmteinteresselose Anschauung" so beständig bedroht undin Frage gestellt wie dort,wo sich die bleichen Dichter-schatten röten wie des Odysseus Schar von fremdem Blut"?Aber Dichterschatten sind nicht notwendig bleich, und dagfremde Blut ist zuweilen sehr störend. Wag ist das fürein ästhetischer Zustand, der dadurch aufgehoben werdenkann, daß die Hände des Herrn Zs. mir widerlich sind, oderdaß ich mich auf einem fleischlichen Interesse für die Schul-tern des Fräuleins P. ertappe? Keine Andeutung? KeinAppell an die Phantasie, sondernwirkliche Vorstellung andie Sinne"? Die Resultate sind da: Meiningen, PossartsWallen stein-Inszenierung, dieNatur" auf der Bühne,Waldbäume, Mooshügel, Glühwürmer, echte Laub-Sofstten.Aber der Ehrgeiz des Theaters, durch die Illusion sich selbstvergessen zu machen, ist der aussichtsloseste aller Ehrgeize.Die Gefahr der Desillusionierung wächst mit dem Apparat.Wenn, im Bilde gesprochen, durch den echten Moosteppicheinmal der Bretterboden guckt, so ist die Ernüchterung destogrößer. Je bescheidener, andeutender das Theater sich ver-hält, je weniger es die Sinnlichkeit agaciert, je mehr eSdie Einbildung sreiläßt, desto möglicher ist eine reine undkünstlerische Wirkung. Wer möchte bezweifeln, daß dasVolk um Shakespeares Teppichgerüst vor dem Schaupöbelunserer Theater an ästhetischer Fähigkeit, an ästhetischemGlück Unendliches voraus hatte?

Ich verstehe mehr und mehr, daß alles, was ich gegendas Theater einzuwenden habe, sich auf seine wesentliche