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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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Stoffzufuhr für eben diese Bühne aus profanem Bereich.Da nun nicht mehr allgemein vertraute und durch die bloßeSichtbarkeit sofort verständliche Legenden, Lebensbilder undfromme Historien aufgeführt wurden, sondern neu arran-gierte und unbekannte Abenteuer, denen zu folgen nicht ohnedie Verständlichkeit des Wortes möglich war, so ergab sichdie Beschränkung der Gaffen- und Angerszene auf das ge-schloffene Theater und damit der Zwang, die sorglos aus-gefponnenen, tagelang dauernden Schauspiele der Mysterien-bühne für ein fest versammeltes, nicht mehr unter freiemHimmel ab- und zuwallendes Publikum auch zeitlich zu be-grenzen, die bunte Handlung auf das Wesentliche undWichtige zufainmenzudrängen. Eine Überlegenheit desDramas in Linienstrenge und Komposition auf freien,inneren, rein idealen Formbetrieb und nicht vielmehr aufdie bare, praktische Notwendigkeit zurückzusühren, sehe ichdanach keinen Grund. Wenn man sich aber in die Kind-lichkeit des Wunsches und Dranges zurückdenkt, der jeneerste Volks- und Mnsterienbühne ins Leben rief, so gewinntman, wie mir scheint, den richtigen Gesichtspunkt für dieEntstehung des Dramas. Der kleine Junge, welcher, vonJndianergeschichten voll, sich selbst den Kopf mit Federnschmückt, sich selbst das Gesicht bemalt, selber den Speerergreift und, indem ersich in Aussehen und Gebärde mitden darzustellenden Personen identifiziert", die Abenteuer,von denen seine Einbildung sich lange genährt hat, schließ-lich persönlich nachspielt, handelt nicht anders als dasVolk, das die Gestalten seiner mythischen, religiösen, belle-tristischen Welt sich endlich im Muinmenschanz auf derBretterbühne vor Augen führt. Unser Drama, nach seinemUrsprünge nichts als die leiblich redende Darstellung des