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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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bereits zu voller Entwicklung gelaugt sind, es ist das Höchste,weil es das Letzte ist. Erstens könnte man das bestreiten.Eine Art hymnischer Produktion, die den Keim der Tra-gödie enthielt, ging, wenn ich recht unterrichtet bin, bei de»Griechen dem Epos voraus. Die Gesänge Homers, wiewir sie kennen, sind etwas viel Späteres, als die Tragödie.Und menschlich-individuell betrachtet, stellt sich die Reihen-folge der Dichtungsarten jedenfalls als zartes Empfinden,irrendes Handeln und episches Überschauen dar. Was ichaber meine, ist, daß nicht notwendig das Letzte auch immerdas Beste und Höchste zu sein braucht. Richard Wagner,in einer seiner scharfsinnigen aber haarsträubend theatrv-manischen Parteischriften, schildert mit großer Eindringlich-keit die Entstehung des Dramas aus dem mittelalterlichenRoman. Er spricht dabei von Shakespeare, betont aberselbst, daß wir ihn unshier immer im Verein mit seinenVorgängern und nur als deren Haupt denken müssen",und gibt also zu bedenken, daß Shakespeare nur aus un-vergleichlich geniale Weise tat, was vor ihm viele auf einesehr simple und mechanische Weise getan hatten, daß ereinen seinem Wesen nach populären Jahrmarkts-Kunst-betrieb, den er vorfand, mit seiner Dichterseele erfüllte. DasDrama entstand, indem man den von Handlung wuchern-den Abenteurerroman für die leibliche Vorstellung auf derSchaubühne übersetzte.Die vorher von der redend er-zählenden Poesie nur geschilderten menschlichen Handlungen"ließ manvon wirklich redenden Menschen, die für dieDauer der Vorstellung in Aussehen und Gebärde mit denvorzustellenden Personen der Romane sich identifizierten,Auge und Ohr zugleich vorführen." Das bedeutete nichtsals eine Verweltlichung der alten Mysterienbühne, eine