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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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auftreten läßt, sein Inneres aus." Das trifft auf so manchengroßen und kleinen Fall nicht zu. Nähme mau es aberals ideale Regel hin, so wäre der Unterschied zwischen Eposund Drama dieser, daß der erzählende Dichter nicht nurdurch die Personen, sondern auch durch die Dinge seinInneres ausspricht woraus sich zum mindesten ergibt,daß der Erzähler mehr zu tun hat als der Dramatiker,nämlich all das noch, was diesem der Schauspieler, derRegisseur, der Maler, der Maschinist und selbst der Musikerabnehmen. Beim Theater dagegen herrscht Arbeitsteilung(meinetwegen unter der Oberleitung eines kleinen, groß-köpsigen Generals und Meisters aus Sachsen) und dasGesamtkunstwerk", meine Herren Bayreuther, kann nichttheatralisch sein.

Was aber die Gegenwärtigkeit des Dramas betrifft(gesetzt, daß man sie ernstlich als einen Vorzug anführenwill), so lehrt beinahe der erste Blick, daß es damit eineheikle Bewandtnis hat. Stellt wirklich das Drama eine Gegen-wart vor? Wäre eine Kunst, die Gegenwärtigkeit vorgäbe,überhaupt noch Kunst und nicht vielmehr Gaukelei? Hebtnicht alle Kunst über das Gegenwärtige hinaus, und sprichtnicht alle Kunst wie das Märchen:Es war einmal"?Jeder kenntHofsmanns Erzählungen" von Offenbach, diesesmusikalische Drama, dessen drei Akte, Zwischen-, Vorspielund Nachspiel, die Erzählungen seines Helden leibhaftig vor-führen. Nun, hier ist ein Schaustück, das offenkundig jedemAnspruch an Gegenwärtigkeit entsagt und nichts sein willals szenische Erzählung. Kein sehr hohes Beispiel meinet-halben; aber steht es nicht vielleicht immer so? Ist Wagnergegenwärtig? Dies Werk, das dort oben in kindlich hohenGesichten erscheint, während die Musik ihre singende, sagende